Persönlich

Karin Evers-Meyer mit Hündin Jule.

Karin Evers-Meyer mit Hündin Jule.

Wie alles begann

Geboren wurde ich am 10. September 1949 in Neuenburg, Friesland. Mein Vater war zu dieser Zeit kommunalpolitisch sehr aktiv in der kleinen Gemeinde Zetel. Und weil das so war, interessierte mich Politik überhaupt nicht. Was mich interessierte, war die Frage nach Gerechtigkeit und ganz speziell die Frage, ob ich als Mädchen immer Zöpfe tragen muss. Darauf hatte ich nämlich keine Lust. Ich wollte lieber in die Stadt ziehen.

Meine Mutter war Hausfrau. Familienmanagerin, würde man wohl heute sagen. Aus der Diskussion über Gerechtigkeit hielt sie sich gekonnt heraus. Ohne sie ging jedoch nichts. Sie war Exekutive, Judikative und Legislative in Personalunion. Sie wusste das. Wir wussten es auch.

In der Familie Evers war ich die älteste von vier Schwestern. Das bedeutete: Mithelfen im Haushalt, was nicht immer einfach war für die kleine, selbstbewusste Karin. Aber ich habe viel gelernt in dieser Zeit. Vor allem über Gerechtigkeit, aber auch, mich durchzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Geduld zu haben.

Das erste Mal nach Berlin

Von meinem Plan, in die Stadt zu ziehen, ließ ich mich nicht abbringen. Nach der mittleren Reife und einer kaufmännischen Ausbildung zog ich nach Berlin. Endlich. Für acht Jahre war die Verwaltung der Akademie der Künste meine Arbeits-, Wirkungs- und Lebensstätte. Da war sie das erste Mal angekommen, die noch junge Friesin, mitten in Berlin, in der Akademie der Künste, unter Künstlern. Es war eine spannende Zeit.

Spannend auch deshalb, weil ich mich verliebte, ausgerechnet in einen Friesen. Mit meinem Mann Heinrich bekam ich Zwillinge: zwei Söhne. Einer der beiden erlitt wegen einer Geburtskomplikation eine schwere Behinderung. Das waren große Schritte, die wir machten und ein weiterer großer Schritt kam hinzu: Wir entschlossen uns, die Kinder in Friesland großzuziehen. Nach 10 Jahren verließ ich Berlin.

 

 
Karin Evers-Meyer sitzt auf einer Parkbank in Zetel.

Karin Evers-Meyer in Zetel.

Zurück in die Heimat

Jetzt saß die inzwischen schon erwachsene Friesin also wieder in der Heimat. In Zetel, Friesland. Die Energie, die Berlin mir gegeben hatte, war noch da. Nur wusste ich nicht so recht wohin damit. Nach ländlicher Sitte hieß es: Für Mädchen genügt es, eine Ausbildung zu machen und Mutter zu werden. Doch da war schon zu viel Stadt in mir und ich entschloss mich, eine Hochschulzugangsberechtigung auf dem 2. Bildungsweg nachzuholen.

Ich machte eine so genannte "Immaturenprüfung", die mich zum Studium der Psychologie berechtigt hätte. Das war eigentlich mein Plan, doch dazu ist es dann nicht mehr gekommen. Stattdessen beganng ich als Autorin für Rundfunk und Fernsehen zu arbeiten. Später kamen Industriefilme dazu. Durch den Job kam ich viel rum: Europa, Afrika, Amerika. Ich entdeckte die Welt und begann mich für Gesellschaft und Politik zu interessieren. Meine politische Laufbahn begann.

1986 wurde ich in den Kreistag von Friesland gewählt, dem ich bis 2006 unter anderem als stellvertretende Fraktionsvorsitzende angehörte. Zusätzlich war ich von 1997 bis 2001 Ratsfrau in der Gemeinde Zetel und dort stellvertretende Bürgermeisterin.

In den Jahren 1994 bis 2003 war ich ehrenamtliche Landrätin des Landkreises Friesland und von 1998 bis 2002 Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Dann starb einer meiner Söhne bei einem tragischen Unfall.

Das zweite Mal nach Berlin

Ich hatte große Zweifel, ob ich die Kraft haben würde, weiter zu machen. Ich entschied mich jedoch am Ende bewusst dafür. Ich wollte weitermachen für ihn und auch für mich. 2002 kandidierte ich erfolgreich für den Deutschen Bundestag. 2005 wurde ich erneut gewählt und zur Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ernannt. Ein Amt, das ich nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sehr gern bis zur Bundestagswahl 2009 ausgeübt habe.

Sicherlich gibt es noch viele andere Dinge über mich zu berichten. Etwa von meinem Engagement für den Niederdeutschen Bühnenbund Niedersachsen und Bremen, dessen Ehrenpräsidentin ich bin. Oder über viele andere ehrenamtliche Tätigkeiten in den verschiedensten Organisationen und Vereinen. Ich will es aber dabei bewenden lassen. Das, was ich mache, mache ich gern. Ich hoffe, das konnte ich mit diesen Zeilen deutlich machen.

 

 


Lebenslauf Karin Evers-Meyer (deutsch)

Curriculum Vitae Karin Evers-Meyer (English)